Umweltbewusster Neubau des Leistungszentrums

Das Thema ist zur Zeit in aller Munde und die Medien berichten ausgiebig über die Belastung der Umwelt durch Mikroplastik von Kunstrasenplätzen. Schon lange vor dieser Debatte hat sich der Sportclub Würzburg für eine Verfüllung mit Kork als Naturstoff entschieden. Kork ist dabei deutlich teurer, schont aber die Umwelt. 

Der Fußballplatz der Würzburg Dragons liegt in einem Wasserschutzgebiet. Folglich ist die Beregnung eines Rasenplatzes nicht durch einen Grundwasserbrunnen möglich sondern muss aus dem Trinkwassernetz erfolgen. Fast 40 Jahre ging das so. "Eine ökologische Katastrophe, Trinkwasser ist ein viel zu wertvolles Gut, als dass wir es hektoliterweise auf einen Fußballplatz schütten können", begründet Heinz Reinders die Wahl für den Neubau eines Kunstrasenplatzes. Er ist Vorstand des Sportclub Würzburg und hat bei seinem Amtsantritt im Jahr 2014 einige ökologische Baustellen vorgefunden.

Moderne LED-Systeme statt stromfressender Metalldampf-Lampen

Neben der Trinkwasserberegnung sind da noch die alten Metalldampf-Lampen, mit denen der Trainingsplatz an den langen Winterabenden beleuchtet wird. Tausendfach strahlen die alten Stromfresser auf Deutschlands Plätzen, im Sportpark Heuchelhof ist damit bald Schluss. Im Zuge des Neubaus des Leistungszentrums für die Juniorinnen- und Frauenteams des Vereins werden auch moderne und äußerst stromsparende LED-Lichtsysteme montiert. Diese LED-Systeme sind deutlich stromsparender als die giftigen Metalldampf-Lampen. Knapp fünf Tonnen umweltschädlichen CO2s wird der Verein durch diese Maßnahme einsparen - jährlich. Kostenpunkt: 50.000 Euro. 

Und dann ist da noch der Kunstrasen, der deutschland- und weltweit massenhaft mit kleinen schwarzen Kügelchen verfüllt wird. Die sind nicht nur lästig in Schuhen und Sporttaschen, sie sind auch pures Gift für die Umwelt. Mehr als 8.000 Tonnen dieses Mikroplastiks gelangen laut eines Berichts des Bayerischen Rundfunks jährlich allein in Deutschland von den Kunstrasenplätzen in den Wasserkreislauf, Tendenz steigend. Wie gesagt, pures Gift.

Naturkork als umweltgerechte Alternative

"Wissenschaftlichen Studien zeigen, dass die Grashalme nicht das Problem darstellen, sondern das verfüllte Mikrogranulat. Schon lange vor dieser Debatte haben wir uns beim SC Würzburg dafür entschieden, das Naturmaterial Kork zu verfüllen. Das ist für uns als Verein deutlich teurer, aber eben völlig umweltschonend", so Reinders. Über 20.000 Euro höher sind die Kosten für den Verein. "Gesetzlich erlaubt ist vielleicht der Plastikmüll, aber wir möchten mit einem ruhigen Gewissen hochklassigen Fußball spielen." Gemeinsam mit der Firma Viebahn und der Firma Gotec wurde die Bauweise geplant und wird im Frühsommer umgesetzt.

Neue LED-Lichtsysteme, Schonung von Trinkwasser und Verfüllung von Naturkork - der Sportclub Würzburg achtet beim Neubau seines Leistungszentrums im Rahmen des Förderprojekts "PowerGirls" sehr auf eine umweltschonende Bauweise. Ein ganzjähriger Trainings- und Spielbetrieb ist in den hohen Ligen, in denen die Juniorinnen und Frauen des Vereins spielen, unabdingbar und die unterfränkischen Wettereskapaden führen Jahr für Jahr zu Spielabsagen wegen unbespielbarer Plätze. Da ist der Neubau des Trainingsplatzes eine gute Alternative zur Sicherung des Sportbetriebs durch eine umweltgerechte Sanierung. 

Auch beim Crowdfunding innovative Wege

Nun benötigt der Verein für seine umweltschonende Sanierung noch das nötige Kleingeld, denn Umweltbewusstsein kostet Geld. Die zusätzlichen Mittel werden nach Ostern durch eine Crowdfundig-Kampagne in Kooperation mit dem Online-Dienstleister sportstaetten-finanzierung.de gesammelt. Als erster Verein überhaupt in Deutschland wird der Sportclub Würzburg dabei auf das neuartige Tool von sportstaetten-finanzierung.de zurückgreifen. Hierbei können SpenderInnen online ein Stück Rasen erwerben und erscheinen für alle sichtbar als UnterstützerInnen des Projekts.

Wer es schon einmal ausprobieren will, muss nicht solange warten. Der virtuelle Sportplatz ist bereits online und wer sowohl den notorisch klammen Mädchen- und Frauenfußball und den Umweltgedanken des Vereins unterstützen will, kann jederzeit einen kleinen oder auch größeren Obulus zu diesem Projekt beitragen.